Drei Wege zu deiner Azure Subscription
Veröffentlicht am 15 April 2026
Bevor du loslegst
Bevor du mit Azure arbeitest, brauchst du Zugang. Das klingt selbstverständlich — aber viele wissen nicht, dass es mehrere Wege gibt, an ein Azure-Budget zu kommen, und dass einer davon komplett kostenlos ist.
In diesem Post zeige ich dir die drei realistischsten Möglichkeiten. Dazu gebe ich dir eine Regel mit auf den Weg, mit der du dein Azure-Budget jederzeit im Griff behältst.
Option 1 — Azure Free Account
Der einfachste Weg, offen für alle die sich zum ersten Mal bei Azure registrieren.
Nach der Registrierung bekommst du $200 Credits für die ersten 30 Tage, die du für fast alle Azure-Services nutzen kannst. Danach wechselst du automatisch in das Pay-As-You-Go-Modell — du zahlst nur was du tatsächlich nutzt.
Zusätzlich sind ausgewählte Services für 12 Monate kostenlos verfügbar, darunter bestimmte VM-Größen, Blob Storage und SQL Database in limitiertem Umfang.
Zur Registrierung benötigst du ein Microsoft-Konto und eine Kreditkarte zur Identitätsverifizierung. Die Karte wird nicht belastet, solange du dich innerhalb der Free-Tier-Grenzen bewegst.
Empfehlung: Richte direkt nach der Registrierung einen Budget Alert in Azure Cost Management ein — so bekommst du eine E-Mail bevor unerwartete Kosten entstehen. Diesen Schritt überspringen viele Einsteiger, und bereuen es später.
Option 2 — Microsoft Partner Network Benefits
Wenn deine Firma eine Microsoft-Partnerschaft hat, bekommst du als Mitarbeiter möglicherweise Zugang zu monatlichen Azure Credits — ohne eigene Kreditkarte und ohne separaten Account.
Die Höhe der Credits hängt von der Partnerschaftsstufe ab. Microsoft unterscheidet zwischen dem Action Pack für kleinere Partner und den Solutions Partner-Designations für größere Unternehmen. In beiden Fällen sind Azure Credits Teil des Benefit-Pakets.
Ob deine Firma qualifiziert ist und wie du die Credits aktivierst, findest du unter partner.microsoft.com → Partner benefits packages .
Wichtig: Die Credits erscheinen nicht automatisch. Sie müssen manuell aktiviert werden. Falls du dir unsicher bist, frag beim internen IT-Team oder dem Cloud-Verantwortlichen nach — in vielen Firmen sind diese Credits vorhanden aber ungenutzt.
Option 3 — Visual Studio Subscription
Dieser Weg wird von vielen Entwicklern übersehen, obwohl er besonders attraktiv ist.
Visual Studio Subscriptions — früher bekannt als MSDN-Subscriptions — enthalten monatliche Azure Credits:
Visual Studio Professional: $50 pro Monat
Visual Studio Enterprise: $150 pro Monat
Die Credits werden automatisch jeden Monat erneuert. Sie sind getrennt von deinem regulären Azure-Account und können nicht mit anderen Subscriptions kombiniert werden. Wichtig: Credits verfallen am Ende des Monats — sie kumulieren nicht. Nutze sie also aktiv.
Visual Studio Subscriptions werden oft über den Arbeitgeber bereitgestellt. Es lohnt sich zu fragen ob du eine hast oder ob dein Unternehmen eine für dich beantragen kann.
Nachsehen ob du bereits eine hast: my.visualstudio.com → Benefits → Azure
Welche Option ist die richtige für dich?
| Free Account | Partner (MPN) | Visual Studio | |
|---|---|---|---|
| Für wen? | Alle | Firmenmitarbeiter | Entwickler |
| Budget | $200 einmalig | Variiert je Stufe | $50–$150 / Monat |
| Voraussetzung | Microsoft-Konto | Firma ist MPN-Partner | VS Subscription |
| Monatlich erneuerbar? | Nein | Ja | Ja |
Namenskonventionen — von Anfang an richtig benennen
Bevor du anfängst Ressourcen zu erstellen, ein kurzer Hinweis der dir später viel Aufwand erspart.
Azure-Ressourcen zu benennen klingt trivial. Wird aber schnell unübersichtlich, wenn Umgebungen wachsen und mehrere Personen im selben Account arbeiten. Microsoft hat im Cloud Adoption Framework (CAF) Empfehlungen für einheitliche Abkürzungen und Namensmuster veröffentlicht, die sich in der Praxis etabliert haben.
| Ressourcentyp | Empfohlenes Präfix |
|---|---|
| Resource Group | rg- |
| Function App | func- |
| Storage Account | st |
| Key Vault | kv- |
| Virtual Network | vnet- |
Das empfohlene Muster lautet:
{ressourcentyp}-{projektname}-{umgebung}-{region}
Also zum Beispiel: rg-meinprojekt-dev-westeurope oder
func-datenimport-prod-westeurope.
Du musst diesen Konventionen nicht sklavisch folgen. Aber wer sie von Anfang an nutzt, hat später weniger Aufwand beim Aufräumen — und erleichtert neuen Teammitgliedern den Einstieg erheblich.
Die wichtigste Regel: Resource Groups nutzen und aufräumen
Das ist der wichtigste praktische Hinweis dieses Posts — und er ist einfacher als er klingt.
Jede Ressource in Azure gehört zu einer Resource Group — das ist keine Empfehlung, sondern eine technische Voraussetzung. Was du dir angewöhnen solltest: eine Resource Group pro Thema, Projekt oder Test, mit einem klaren Namen.
Warum das so wichtig ist: Wenn du nach dem Testen aufräumen willst, löschst du nicht einzelne Ressourcen — du löschst die gesamte Resource Group. Alle Ressourcen darin werden automatisch mitgelöscht. Nichts wird vergessen. Deine Credits fließen in das was du wirklich testest — nicht in vergessene Ressourcen im Hintergrund.
Das klingt selbstverständlich. Ist es aber nicht — vergessene Ressourcen sind der häufigste Grund für unerwartete Azure-Kosten bei Einsteigern.
Benenne deine Resource Groups nach Zweck:
rg-vm-test —
für Experimente aus dem nächsten Post
rg-functions-demo —
für eine Azure Function die du ausprobierst
rg-storage-test —
für Storage-Experimente
Nach dem Testen: Resource Group im Azure Portal öffnen → „Delete resource group" klicken → Namen zur Bestätigung eingeben → fertig.
Fazit
Du weißt jetzt wie du Zugang zu Azure bekommst — egal ob über den Free Account, über deine Firma oder über eine Visual Studio Subscription. Und du weißt, wie du sicher experimentierst ohne am Ende des Monats eine Überraschung zu erleben.
Im nächsten Post geht es einen Schritt weiter: Was ist Azure Entra ID? — das Identitäts- und Zugriffssystem hinter Azure, und das mentale Modell das du brauchst um es wirklich zu verstehen.
